Gender Diversity

Das Sample Gender-Diversity-Pipeline, für das die 250 bedeutendsten Schweizer Unternehmen angefragt wurden und für das 129 Unternehmen ihre Daten zur Verfügung gestellt haben, ist ein anderes Sample als jenes der 100 grössten Schweizer Arbeitgeber, das seit 2006 untersucht wird. Die Zahlen zur Gender-Diversity-Pipeline werden im Zweijahresrhythmus erhoben.

Frauenanteile in der Gesamtsicht

Der Frauenanteil im Verwaltungsrat der untersuchten 129 Unternehmen beträgt 19% und liegt damit 2 Prozentpunkte über dem Wert der letzten Erhebung 2017. Bei den VR-Präsidien beträgt er 3% (2017 4%). Während in der operativen Gesamtbelegschaft 38% Frauen vertreten sind, sind es im Middle Management 24% und im Topmanagement 16%. Es lässt sich ein deutlicher und kontinuierlicher Rückgang des Frauenanteils von einer Hierarchiestufe zur nächsthöheren feststellen. Auf Stufe Geschäftsleitung nimmt dieser Anteil noch einmal stark ab; die untersuchten Unternehmen kommen auf 10% Frauen, was allerdings 1 Prozentpunkt über dem Schnitt der 100 grössten Arbeitgeber liegt. Auf all diesen Ebenen stieg der Anteil Frauen seit 2017 an, jeweils zwischen 1 und 3 Prozentpunkten. Auf Stufe CEO finden sich 4% Frauen. Im Sample des Public Sector haben 14 Kantone und der Bund ihre Frauenanteile auf den Stufen unter dem Topkader ausgewertet, und es zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei den 129 privatwirtschaftlichen Unternehmen, allerdings mit höheren Werten. Für das Topkader wurden alle 26 Kantone sowie die Bundesverwaltung ausgewertet. In den einbezogenen Kantonen findet sich in der Belegschaft fast die Hälfte Frauen (2017 49%), auf Stufe Middle Management sind es 28% (2017 24%) und im Topmanagement 22% (2017 22%).

Die obigen Zahlen lassen sich anhand dieser Grafiken sehr gut als Pipeline anzeigen, welche klar aufzeigt, dass die Frauenanteile in den unteren Stufen deutlich höher sind als auf Stufe Geschäftsleitung. Die Pyramidenform ist charakteristisch für viele teilnehmende Unternehmen sowie deren Branchenwerte, wobei es innerhalb der Branchen grosse Unterschiede bei den Frauenanteilen gibt.

Frauenanteile der Unternehmen nach Hierarchiestufen

Eine Betrachtung der Frauenanteile nach Hierarchiestufen ist insbesondere bezüglich der Häufigkeitsverteilung der Unternehmen interessant und soll aufzeigen, welche Frauenanteile am stärksten vertreten sind. Die Verteilung macht deutlich, wie sehr sich die Ausgangslage der teilnehmenden Unternehmen in Bezug auf die Gender Diversity aktuell unterscheidet: Die Vorreiter nähern sich einer ausgeglichenen Geschlechtervertretung in den Führungsgremien rasch an. Ihnen gegenüber steht eine grosse Gruppe von Unternehmen, die auf allen Hierarchiestufen noch über beträchtliches Aufholpotenzial verfügen.

Geschäftsleitung

57 Unternehmen haben keine Frauen in der Geschäftsleitung, das sind 45% des Gesamtsamples und damit 5 Prozentpunkte weniger als 2017. Eine Häufung von 30 Unternehmen zählt zwischen 11 und 20% Frauen in der Geschäftsleitung. Die auf den ersten Blick nicht dem Trend entsprechende niedrige Zahl von 21 Unternehmen mit einem Frauenanteil zwischen 1 und 10% rührt daher, dass viele Geschäftsleitungen weniger als 10 Mitglieder aufweisen, was einen einstelligen Prozentanteil verunmöglicht. Nur 11 Unternehmen (9%) haben mehr als 30% Frauen in der Geschäftsleitung.

Topmanagement

10% (12) der untersuchten Unternehmen haben keine Frauen im Topmanagement, was gegenüber 2017 einem Rückgang von 2 Prozentpunkten entspricht. Bei 60% (74) der Unternehmen sind zwischen 1 und 20% weibliche Führungskräfte im Topmanagement beschäftigt, wobei es hier in den letzten 2 Jahren zu einer positiven Verschiebung von Unternehmen mit 1–10% Topmanagerinnen zu solchen mit 11–20% gekommen ist. 30% der Unternehmen (38) verfügen über mehr als 20% Frauen im Topmanagement. Erst 14 Unternehmen erreichen auf dieser Hierarchiestufe einen Frauenanteil von mehr als 30%.

Middle Management

Nur 1 Unternehmen beschäftigt keine Frauen im Middle Management. Die deutlich höchste Konzentration an Unternehmen ist im Bereich zwischen 11 und 20% Frauenanteil (46). 34 Unternehmen beschäftigen mehr als 30% Frauen im Middle Management, in 5 dieser Unternehmen stellen die Frauen auf dieser Hierarchiestufe sogar mehr als die Hälfte der Führungskräfte. Es zeigt sich ein ähnliches Bild wie 2017 mit einer leicht positiven Verschiebung nach rechts.

Belegschaft

Am häufigsten beschäftigen die Unternehmen 41 bis 50% Frauen in der Belegschaft. Diese 29 Unternehmen entsprechen 25% der untersuchten Unternehmen. 42 Unternehmen (36%) beschäftigen weniger als 30% Frauen, darunter befinden sich überproportional viele Unternehmen der Produzierenden Industrie. In 22 (19%) der teilnehmenden Unternehmen stellen Frauen die Mehrheit der Belegschaft.

Gesamthaft präsentiert sich also auch im Vergleich der Hierarchiestufen ein deutliches Muster: je höher die Hierarchiestufe, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen zu mehr als 30% vertreten sind. Erfüllen auf Stufe Belegschaft 74 Unternehmen dieses Kriterium, sind es im Middle Management 34, im Topmanagement noch 14 und in der Geschäftsleitung 11 Unternehmen.

Verwaltungsrat

25 Unternehmen (20%, 2017 26%) haben keine Frauen im Verwaltungsrat – das sind deutlich weniger als auf Stufe Geschäftsleitung, allerdings mehr als im Topmanagement. 22 Unternehmen (18%) beschäftigen bereits mehr als 30% Verwaltungsrätinnen, was gegenüber 2017 einem Anstieg von 7 Prozentpunkten entspricht. Der Grossteil der Unternehmen (71 bzw. 58%) weist 11 bis 30% Frauen im Verwaltungsrat auf.

Welche Erfahrung bringen die Mitglieder der Führungsgremien mit?

Wie werden die Verantwortungsbereiche der Führungsgremien aufgeteilt?

Wie entwickeln sich die Nationalitäten der Führungsgremien?

Wie sind die Führungsgremien des privaten und öffentlichen Sektors zusammengesetzt?